Frau Demir und GERT in der Pflegeausbildung

München I 29.05.2026

Frau Demir kommt ohne Hilfe zuhause nicht mehr zurecht. Zwar wird sie von ihren Kindern sowie von einem ambulanten Pflegedienst unterstützt, aber ein Umzug in eine stationäre Einrichtung steht dennoch an. Frau Demir will aber nicht! Wie gehe ich als professionelle Pflegefachkraft mit einer solchen Situation um?

Medizinpädagogin Anna-Lena Paech hatte diesen Arbeitsauftrag für ihre Pflegeauszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr formuliert. Dabei kam GERT zum Einsatz, der seine Benutzer:innen in Minuten um Jahrzehnte altern lässt. Der Geriatrischen Alterssimulationsanzug ahmt die altersbedingten Einschränkungen nach, mit denen Menschen mit zunehmenden Lebensjahren konfrontiert werden. Ein Tremorhandschuh lässt die Hände zittern, Gewichtsmanschetten um die Gelenke erschweren die Bewegungen und eine Brille schränkt das Sehvermögen ein. Für das Rollenspiel schlüpften die angehenden Pflegefachfrauen und -fachmänner abwechselnd in den Simulationsanzug. „Wie soll das denn gehen, wenn ich so zittere?“, stellte eine der Auszubildenden beim Schreiben mit dem Tremorhandschuh fest. „Ganz schön mühsam und beschwerlich“, so die Erfahrung des Pflegenachwuchs beim Puzzeln mit Brillen, die altersbedingten Augenerkrankungen nachstellen.

„Die Selbsterfahrung schafft ein tieferes Verständnis für Patient:innen und Bewohner:innen“, versichert Paech. „Die eingeschränkten Sinneswahrnehmungen am eigenen Körper zu erleben, hilft dabei, pflegerische Schwerpunkte abzuleiten und das eigene Verhalten zu reflektieren“, ist sie überzeugt. „Man ist schnell dabei, die Tätigkeiten einfach zu übernehmen. Als Profis haben wir jedoch die Aufgabe, die Patient:innen und Bewohner:innen bei der selbstbestimmten Lebensführung und Selbstpflege zu unterstützen“, pflichten ihr die Auszubildenden bei. Sie versichern, beim Unterricht nicht nur sehr viel Spaß gehabt zu haben, sondern auch wichtiges Know-how für den Umgang mit Pflegeempfänger:innen in der Akut-, Kurz- und Langzeitpflege mitgenommen zu haben.

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